Mariella Thamm
Quelle: BTVIhrer Favoritinnen-Rolle mehr als gerecht wurde die topgesetzte Mariella Thamm in ihrem Halbfinale gegen die Slowakin Nikola Farkasova, die an Position 6 gelistet war. Von Beginn an bestimmte 16-Jährige mit starken Aufschlägen und temporeichen Grundschlägen das Geschehen und ließ ihre gleichaltrige Gegnerin nie zu ihrem Spiel finden. Zudem spielte sie die Partie konsequent und ohne Anzeichen einer Schwäche zu Ende und überließ ihrer Gegnerin keinen einzigen Spielgewinn. Nach 55 Minuten besiegelte die Stuttgarterin mit einem Vorhand-Winner den beeindruckenden 6:0, 6:0-Erfolg. Im Endspiel sieht sich Thamm der Lettin Adelina Lacinova gegenüber, die sich in zwei Sätzen gegen Sofie Maresova aus Tschechien durchsetzen konnte.
Nach der Begegnung kommentierte die Australian-Open-Teilnehmerin: „Nachdem ich ein 0:40 im ersten Spiel noch drehen konnte, habe ich dann ein richtig gutes Match hingelegt. Im Gegensatz zu gestern habe ich heute komplett solide und aggressiv gespielt, zudem habe ich auch viele gute Aufschläge getroffen. Die Umstellung direkt von Australien nach hier war nicht ganz so einfach, aber zum Glück hat sich der Jetlag bei der Rückkehr im Vergleich zum Hinflug in Grenzen gehalten. Das morgige Finale möchte ich morgen gerne auch aggressiv angehen, den Zuschauern ein tolles Match bieten und wäre natürlich überglücklich, am Ende den Siegerinnenpokal entgegennehmen zu dürfen.“
Bravourös kämpfender Reisach unterliegt in dreistündiger Nervenschlacht
Nicht nur nominell hatte der Plattlinger Vincent Reisach mit dem an Nr. 2 gesetzten Aleksander Blus die schwierigste Aufgabe im Turnierverlauf zu überstehen. Der Pole agierte ebenso wie der 16-jährige Reisach vom Aufschlag weg mit kompromisslosen Grundschlägen und zeigte sich von Beginn an als äußerst unangenehm zu bespielender Gegner. Dennoch war der an Position 5 geführte Reisach im ersten Durchgang eher am Drücker, indem er sich die ersten Break-Möglichkeiten im Match erspielte und beim Stand von 4:4 bei seiner vierten Chance konsequent zupackte. Im Anschluss daran ließ sein 17-jähriger Gegner kaum eine Möglichkeit aus, um mit sportlich grenzwertigen Methoden den Rhythmus von Reisach zu brechen. Erst kassierte Blus nach wiederholt unsportlichem Verhalten zwei Verwarnungen in Folge, die in einem Punktabzug resultierten. Anschließend nahm er nach dem Seitenwechsel ein Medical Timeout zur Behandlung seines rechten Arms. Die Zwangspause schien bei Reisach kurz Wirkung gezeigt zu haben, der im Anschluss sein Aufschlagspiel abgeben musste, aber mit dem direkten Re-Break kontern und den Satzgewinn mit einem souveränen Aufschlagspiel ohne Punktverlust eintüten konnte.
Auch im weiteren Verlauf ließ Blus kaum eine Möglichkeit aus, um aufgrund getroffener Entscheidungen zu lamentieren und durch Diskussionen den Match-Rhythmus seines Gegners zu brechen. Dadurch erhöhte sich bei Reisach die Quote der Eigenfehler, die sich in Form eines schnellen Satzausgleichs auswirkten. Auch im dritten Durchgang lag der BTV-Youngster schnell mit 1:4 bei Doppelbreak im Rückstand. Dennoch steckte der Spieler des TC Hengersberg nie auf, kämpfte sich wieder komplett in den Satz zurück und erspielte sich beim Stand von 6:5 sogar einen Matchball, den sein Gegner mit einem spektakulären Vorhand-Winner abwehren konnte. Und so fiel die Entscheidung im Tiebreak, in dem sich Reisach nach Abwehr eines Matchballs seines Gegners eine weitere Möglichkeit zur Beendigung des Matches erspielen konnte, diese aber nicht nutzen konnte und seinem Gegner noch final zu dessen 5:7, 6:1, 7:6 (7)-Erfolg gratulieren musste, der sich damit für die im Vorjahr an Ort und Stelle in der Auftaktrunde erlittene Zweisatz-Niederlage revanchieren konnte. Im Endspiel bekommt es Blus mit seinem Landmann und Doppelpartner Jan Sadzik zu tun, der sich in einem Krimi in drei Sätzen gegen den US-Amerikaner Michael Savano behaupten konnte und dabei sogar mehr als drei Stunden auf dem Platz zugange war.
Doppel-Sieger: Jaron Held (l.) und Patrick Moise (r.)
Quelle: BTVBayerischer Beitrag zu den DTB-Titeln im Doppel
Eine anfangs klare Sache war das Doppel-Endspiel der Junioren, in dem der Augsburger Jaron Held an der Seite von Patrick Moise aus Porta Westfalica auf das polnische Duo mit Aleksander Blus und Jan Sadzik traf, die morgen im Einzelfinale aufeinandertreffen werden. Zu Beginn dominierte das DTB-Duo und ließ ihre Gegner im ersten Durchgang nicht einmal anschreiben. Auch im zweiten Satz hatten sie die Zügel weiterhin in der Hand und erspielten sich einen 4:1-Vorsprung. Zwar mussten sie nach dem zwischenzeitlichen 5:5-Ausgleich noch einmal etwas zittern, ehe sie sich durch das finale 6:0, 7:5 mit dem Titelgewinn belohnen konnten.
Auch bei den Juniorinnen durften mit der Stuttgarterin Mariella Thamm und der Hamburgerin Isabella Abendroth zwei DTB-Spielerinnen am Ende den Siegespokal in die Höhe stemmen. Gegen das Duo Elsa Bonelli und Noelia Manta aus der Schweiz ließ die topgesetzte Paarung in beiden Sätzen kaum etwas anbrennen und besiegelte mit einem 6:3, 6:4-Erfolg den zweiten deutschen Doppel-Triumph.
Doppel-Siegerinnen: Isabella Abendroth (l.) und Mariella Thamm (r.)
Quelle: BTVAusblick
Am Freitag kommt es zum Schlussakt der Dunlop Bavarian Junior Winter Championships mit den Einzel-Finals der Juniorinnen und Junioren, die parallel ausgetragen werden. Dabei greift aus deutscher Sicht die topgesetzte Stuttgarterin Mariella Thamm auf Court 1 nach dem Titel. Spielbeginn im Bundesstützpunkt und Landesleistungszentrum des BTV in Oberhaching ist um 11 Uhr.
Ergebnisse Halbfinale Einzel:
Junioren:
- Vincent Reisach (TC Hengersberg) – Aleksander Blus (POL) 7:5, 1:6, 6:7 (7)
- Jan Sadzik (POL) – Michael Savano (USA) 6:4, 2:6, 7:6 (4)
Juniorinnen:
- Mariella Thamm (BAD) – Nikola Farkasova (SVK) 6:0, 6:0
- Adelina Lacinova (LAT) – Sofie Maresova (CZE) 6:3, 6:1
Ergebnisse Finale Doppel:
Junioren:
- Jaron Held (TC Schießgraben Augsburg)/Patrick Moise (WTV) – Aleksander Blus (POL)/Jan Sadzik (POL) 6:0, 7:5
Juniorinnen:
- Mariella Thamm (BAD)/Isabella Abendroth (TTV) – Elsa Bonelli (SUI)/Noelia Manta (SUI) 6:3, 6:4
Aktuelle Ergebnisse, Livestream und weitere Informationen finden sich auf der offiziellen Turnierwebsite www.itfjuniors.de.