Daniel Masur
Quelle: BTVKaum einer der zahlreichen Zuschauer wollte sich auf dem Centre Court das heiß erwartete deutsche Achtelfinal-Duell zwischen dem vierfachen Schwaben-Open-Teilnehmer Daniel Masur (ATP-Nr. 392) und dem DTB-Youngster Max Schönhaus (ATP-Nr. 317) entgehen lassen. Und vom Start weg sollten die beiden Spieler einen intensiven und unterhaltsamen Schlagabtausch bieten. Zu Beginn war es der 19-jährige Schönhaus, der sich mit seinem variablen Spiel die ersten Breakchancen erarbeiten und bei seiner fünften Möglichkeit zugreifen konnte. Zwar konnte sich der 31-jährige Masur noch einmal zurückkämpfen, musste den Tiebreak aber ohne Punktgewinn abgeben, den Schönhaus mit einem Ass beenden konnte.
Im zweiten Satz erspielte sich der TennisBase-Profi Masur im dritten Game die erste Break-Chance, konnte diese konsequent verwerten und den Vorsprung sicher transportieren. Beim letzten Aufschlagsspiel wurde der ehemalige Davis-Cup-Spieler noch einmal von seinem jungen Gegner geprüft, konnte aber bei seinem fünften Satzball den Satzausgleich fixieren. Im Entscheidungs-Durchgang wechselte das Momentum mehrfach und sollte für große Spannung sorgen. Erst war es Masur, der seinem Gegenüber gleich das erste Aufschlagspiel abluchsen konnte. Doch Schönhaus warf noch einmal alles in die Waagschale und konnte zwischenzeitlich nochmal ausgleichen. In der Endphase jedoch spielte der routinierte Masur seine ganze Erfahrung aus, schnappte sich im neunten Spiel das vorentscheidende Break und servierte anschließend den 6:7 (0), 6:4, 6:4-Erfolg nach 2:22 Stunden aus. Im Viertelfinale trifft der Halbfinalist aus dem Jahr 2024 auf den Argentinier Facundo Mena, der nach dem Münchner Max Rehberg mit dem Berliner Kai Wehnelt den nächsten deutschen Spieler in zwei Sätzen ausschalten konnte.
Im On-Court-Interview resümierte der Bückeburger: „Ich durfte heute gegen einen fantastischen jungen Spieler antreten, der noch eine ganz große Zukunft haben wird. Bei den Bedingungen mit dem heißen Wetter, die mir sehr liegen, und der tollen Unterstützung durch die Zuschauer konnte ich die Partie richtig genießen und dabei ein sehr gutes Level abrufen, das mir heute zum Sieg verholfen hat.“
Möller triumphiert mit Achterbahnfinale
Erneut das „Match of the Day“ war für Marvin Möller (ATP-Nr. 274) reserviert, in dem er den an Nr. 3 gesetzten Matias Soto (ATP-Nr. 261) forderte. Dabei gelang es dem Hamburger vom Start weg, seinen chilenischen Gegner durch geschicktes Verteilen der Bälle weite Wege gehen zu lassen und sich dadurch einen schnelle 3:0-Führung zu erspielen. Bei eigenem Service gestattete der 27-Jährige keine einzige Breakchance und fixierte bei seinem ersten Satzball den Gewinn des ersten Durchgangs.
Im zweiten Satz diktierte Möller weiterhin das Geschehen und packte im fünften Spiel bei der ersten Break-Möglichkeit im Durchgang konsequent zu. Nachdem der DTB-Spieler eine Chance zum Doppelbreak verstreichen lassen musste, erspielte er sich beim Stand von 5:4 bei eigenem Service zwei laufende Matchbälle, konnte aber auch diese nicht nutzen und musste den Gang in den Tiebreak antreten. Und auch dort sollte das Momentum mehrfach wechseln. Nach einer 3:1-Führung musste der ehemalige Junioren-Weltranglisten-9. durch druckvoll gespielte Bälle seines Gegenübers fünf Punkte in Folge abgeben und sah sich somit drei laufenden Satzbällen seines Gegners gegenüber. Dennoch konnte er noch einmal die Wende einläuten, legte seinerseits eine Serie mit fünf hintereinander gewonnenen Punkten auf den Platz und besiegelte bei seinem insgesamt dritten Matchball den 6:3, 7:6 (8)-Erfolg nach 96 Minuten. Im Viertelfinale sieht sich Möller dem an Nr. 5 gelisteten Rumänen Cezar Cretu gegenüber.
Im Anschluss an die Begegnung gab der zufriedene Sieger zu Protokoll: „Ich habe mit dem frühen Break einen guten Start in die Partie erwischt und konnte den Vorsprung sicher zum Satzgewinn transferieren. Auch im zweiten Durchgang hatte ich das Match im Griff, doch gegen Ende wurde ich dann doch etwas angespannter und bin einfach froh, dass ich es doch noch in zwei Sätzen zu Ende bringen konnte.“
Sanchez-Martinez nimmt nächsten Sand-Strategen raus
Nach seinem Erfolg gegen den bolivianischen Sandplatz-Spezialisten Murkel Dellien sah sich der Berliner Benito Sanchez-Martinez (ATP-Nr. 1244) dem Argentinier Juan Estevez (ATP-Nr. 355) gegenüber, der ebenfalls seine Vorzüge auf der roten Asche hat. Nach jeweils souveränen Aufschlagspielen zum Auftakt konnte sich der 24-jährige Sanchez-Martinez als Rückschläger immer besser reinarbeiten und packte bei seiner zweiten Möglichkeit zu. Zwar musste er beim Stand von 5:2 bei Service seines Gegners einen Satzball auslassen, machte aber anschließend bei eigenem Aufschlag den Sack zu.
Auch im zweiten Satz zeigte sich der Linkshänder effektiv, konnte im fünften Spiel die erste Break-Möglichkeit des Durchgangs konsequent verwerten und den Vorsprung sicher transportieren. Im letzten Aufschlagspiel musste der ehemalige College-Spieler noch einmal etwas zittern, konnte aber zwei laufende Breakchancen seines 20-jährigen Gegners vereiteln und besiegelte mit einem Aufschlag-Winner den souveränen 6:3, 6:4-Erfolg nach 75 Minuten. Im Viertelfinale bekommt es der Bundesligaspieler des SCC Berlin mit dem an Nr. 6 gesetzten Tschechen Hynek Barton zu tun, der gegen den Hassan-Bezwinger Juan Manuel La Serna aus Argentinien einen Comeback-Erfolg in drei Sätzen feiern durfte.
Nach der Begegnung kommentierte der letztjährige Doppel-Champion, der mit dem Sieg gegen Estevez bereits den Viertelfinaleinzug aus dem Vorjahr egalisieren konnte: „Heute war es für mich auf jeden Fall viel angenehmer zu spielen als gestern, da die Bälle bei den heißen Bedingungen höher abspringen und schneller fliegen. Mein Gegner hat zwar phasenweise etwas unerwartete Schläge ausgepackt, die ich so nicht gewohnt bin, dennoch konnte ich mich gut darauf einstellen und freue mich riesig, dass ich diese Challenge meistern konnte.“
Aufstiegsheld Krumich hält TCA-Fahne hoch
Großen Kampfgeist demonstrierte heute Martin Krumich (ATP-Nr. 262), der den TC Augsburg schon in der 1. Bundesliga repräsentierte und im vergangenen Jahr großen Anteil an der Rückkehr in die höchste deutsche Liga hatte. Trotz Unwohlsein und verlorenem ersten Durchgang konnte sich der Tscheche gegen den Qualifikanten Svyatoslav Gulin (ATP-Nr. 621) wieder aufrappeln, übernahm immer mehr die Kontrolle in der Partie und fixierte bei seinem zweiten Matchball den 4:6, 6:4, 6:1-Erfolg nach 2:48 Stunden. In der Runde der letzten Acht trifft er als Nr. 2 des Turniers auf den an Position 8 geführten Österreicher Sandro Kopp (ATP-Nr. 292), der sich gegen den Schweizer Qualifikanten Mika Brunold (ATP-Nr. 424) in zwei Sätzen behaupten konnte. Den Einzug ins Viertelfinale denkbar knapp verpasst hat dagegen das Augsburger Doppel Tom Bittner/Noah Thurner. Nach gewonnenem ersten Durchgang gegen das südafrikanische Duo Alec Beckley/Vasilios Caripi mussten die TCAler den Satzausgleich hinnehmen und den entscheidenden Match-Tiebreak nach ausgeglichenem Beginn noch zur finalen 7:5, 1:6, 6:10-Niederlage abgeben.
Ausblick
Fortgesetzt werden die Schwaben Open by Great2Stay auf der idyllischen Anlage des TC Augsburg am Donnerstag ab 10:30 Uhr mit den Viertelfinals im Einzel und Doppel. Den Auftakt auf dem Centre Court begeht dabei der Berliner Qualifikant Benito Sanchez Martinez gegen den an Nr. 6 gesetzten Hynek Barton aus Tschechien, gefolgt vom TennisBase-Profi Daniel Masur gegen den Argentinier Facundo Meno. Im „Match of the Day“, nicht vor 17 Uhr, sieht sich der Hamburger Marvin Möller dem an Position 5 geführten Rumänen Cezar Cretu gegenüber.
Informationen zum Erwerb der Einzel-Tickets ab 7,50 Euro und der Dauerkarte ab 60 Euro finden sich >>auf der offiziellen Turnier-Website schwabenopen.de. Für weitere Infos folgen sie auch den Social-Media-Kanälen auf Instagram und Facebook.
Ansprechpartner
Referent Leistungssport und Veranstaltungen (GB 4)
Yannick Paul
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