Oliver Majdandzic
Quelle: BTVMajdandzic bewahrt die Nerven
Im erstmaligen Aufeinandertreffen auf der Tour bekam es der Bad Oyenhausener Oliver Majdandzic im Finale der Junioren mit dem US-Amerikaner Vihaan Reddy zu tun. Von Beginn an entwickelte sich ein intensiver Schlagabtausch, bei dem zuerst der 16-jährige Reddy den besseren Start erwischte, den er zu einer 4:1-Führung veredeln konnte. Im weiteren Verlauf konnte der 18-jährige Majdandzic seine Fehlerquote jedoch deutlich verringern und übernahm immer mehr das Kommando. Mit geschickt verteilten Bällen ließ er seinen an Position 6 gelisteten Gegner immer weitere Wege gehen und drehte das Momentum im ersten Durchgang mit fünf hintereinander gewonnenen Spielen zu seinen Gunsten.
Auch im zweiten Satz produzierte Majdandzic zu Beginn wieder etwas zu viele Eigenfehler, die sein solide agierender Gegner konsequent nutzen und in eine schnelle 5:1-Führung ummünzen konnte. Zwar rappelte sich der Spieler des Tennispark Versmold erneut auf, konnte aber den Satzgleichstand nicht mehr verhindern. In dritten Durchgang sah sich der French-Open-Qualifikant erneut schnell in Hintertreffen, demonstrierte aber nach einem frühen 0:2-Rückstand erneut seine Kämpferqualitäten und spielte sich nicht nur in den Satz zurück, sondern servierte beim Stand von 5:4 sogar zum Matchgewinn. Doch sein Gegner hielt an seiner mutigen, offensiven Herangehensweise mit zahlreichen Netzattacken fest und vertagte die Entscheidung in den Tiebreak. Dort ergatterte der an Nr. 8 gesetzte Majdandzic gleich das erste Mini-Break, agierte immer mit einer Führung im Rücken und besiegelte mit einem krachenden Vorhand-Winner die Linie entlang den finalen 6:4, 4:6, 7:6 (3)-Triumph nach knapp drei Stunden.
Im Anschluss an die Partie kommentierte der freudestrahlende Turniersieger: „Im Moment bin ich einfach überwältigt vom bislang größten Erfolg meiner Karriere. Ich bin schon durch schwere Zeiten mit einigen Verletzungen gegangen. Umso glücklicher bin ich gerade, dass sich meine harte Arbeit so ausgezahlt hat. Es war einfach unfassbar schön, hier vor so einem riesigen Publikum bei so einer tollen Atmosphäre zu spielen. Das hat mir einfach so geholfen, dass ich hier am Ende mit der Siegestrophäe stehe.“
Mit seinem fünften Titelgewinn auf der ITF World Tennis Tour klettert die aktuelle Nr. 82 der Jugend-Weltrangliste um knapp 30 Positionen nach oben und klopft damit an den Top 50 an. Nach Diego Dedura 2023 und dem frischgebackenen French-Open-Doppel-Champion Jamie Mackenzie im Vorjahr durfte das Publikum in Bamberg den dritten deutschen Turniersieger in Folge bejubeln.
Maaya Rajeshwaran
Quelle: BTVRajeshwaran auch im Finale ohne Satzverlust
Im Endspiel der Juniorinnen sah sich die Ukrainerin Polina Skliar, die bereits gestern an der Seite der Stuttgarterin Mariella Thamm den Titel im Doppel feiern durfte und ihre Doppel-Partnerin auch im Einzel-Halbfinale besiegen konnte, ebenfalls erstmals der Inderin Maaya Rajeshwaran gegenüber. Schon vom Beginn weg demonstrierten beide Spielerinnen ihre Qualität beim Rückschlag, was sich in mehreren Breaks in der Anfangsphase widerspiegelte. Nachdem die 15-jährige Skliar beim Stand von 3:3 bei eigenem Service eine 40:0-Führung noch abgeben musste, konnte sich die an Nr. 2 gesetzte Rajeshwaran entscheidend absetzen und besiegelte in einem verlustpunktfreien Aufschlagspiel mit einem Netzroller-Aufschlag den Gewinn des ersten Durchgangs.
Mit dem Momentum im Rücken übernahm die an Position 2 gelistete Rajeshwaran immer deutlicher die Kontrolle über die Partie und ließ bei eigenem Aufschlag nichts mehr anbrennen, während Skliar weiterhin ihren Rhythmus bei eigenem Service suchte. Nach einer schnellen 4:0-Führung war die 17-jährige Rajeshwaran nicht mehr zu stoppen und fixierte nach 86 Minuten den finalen 6:4, 6:2-Erfolg. Dadurch feierte die aktuelle Nr. 30 der Jugendweltrangliste ihren neunten Titelgewinn auf der ITF World Tennis Tour und wird erstmals in ihrer Karriere in die Top 20 vorstoßen.
Nach dem Match resümierte die zufriedene Triumphatorin: „Es war heute ein gutes Match und ich bin sehr happy damit, dass ich all das umsetzen konnte, was ich mir vor dem Finale vorgenommen hatte. Auch wenn ich das gesamte Turnier über keinen Satz abgeben musste, waren schon einige knappe Entscheidungen mit Tiebreak oder 7:5 dabei. Umso glücklicher bin ich, dass ich das alles in meine Richtung ziehen konnte und mich am Ende mit dem Siegespokal belohnen konnte.“
Positives Fazit bei der Siegerehrung
Bei der anschließenden Siegerehrung, die von Christoph Poehlmann vom Bayerischen Tennis-Verband moderiert wurde, bedankte sich Jonas Glüsenkamp stellvertretend für die Stadt Bamberg für das Vertrauen des BTV, ein Turnier in dieser Größenordnung im Hainpark austragen zu dürfen. Zudem durfte der zweite Bürgermeister vom Turnierdirektor einen Scheck über 1.250 Euro in Empfang nehmen, die in der Turnierwoche mit der Charity-Aktion „Coins to beat Cancer“ zur Unterstützung für den Hospizverein Bamberg gesammelt wurden. Moritz Starke lobte als Vorsitzender des TC Bamberg neben den zahlreich helfenden Händen der Clubmitglieder vor allem auch die fleißige Arbeit seines Vorgängers Axel Tschache, der auch in diesem Jahr bei der fünften Jubiläumsausgabe die Abläufe auf der Anlage bestens im Griff hatte. Turnierdirektor Poehlmann zeigte sich überwältigt von der Final-Kulisse von etwa 500 Zuschauern und den zahlreichen Besuchern im Verlauf der Turnierwoche. Er bedankte sich bei den Mitgliedern seines Orga-Teams für deren engagierte Mitarbeit und hofft ebenso auf eine neue Ausgabe des Turniers im kommenden Jahr in Bamberg.
Ergebnisse Finals Einzel:
Junioren:
- Oliver Majdandzic (Tennispark Versmold/WTV) - Vihaan Reddy (USA) 6:4, 4:6, 7:6 (3)
Juniorinnen:
- Maaya Rajeshwaran Ravathi (IND) - Polina Skliar (UKR) 6:4, 6:2
Aktuelle Informationen und Ergebnisse finden sich auf der offiziellen Turnier-Website www.itf-german-juniors.de.
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