Benjamin Hassan
Quelle: BTVHoch waren die Erwartungen an das „Match of the Day“ zwischen dem Franken Maximilian Marterer und dem für den Libanon startenden Neuwieder Benjamin Hassan (ATP-Nr. 514), die beide bereits für ihr Land sowohl beim Davis Cup als auch bei den Olympischen Spielen im Einsatz waren. Und die Zuschauer sollten dabei lange Zeit voll auf ihre Kosten kommen. Vom Start weg beeindruckte der 31-Jährige Marterer mit der gewaltigen Power in seinen Schlägen, denen der gleichaltrige Hassan sein variables Spiel mit spektakulären Stoppbällen entgegenhalten konnte. Beim Stand von 5:5 erarbeitete sich Hassan die erste Break-Chance des gesamten Durchgangs, packte konsequent zu und bestätigte bei eigenem Service mit dem Satzgewinn.
Doch Marterer, der vor kurzen nach fast einjähriger Verletzungspause erst wieder auf die Tour zurückgekehrt war, steckte noch lange nicht auf. Zwar musste der Linkshänder nach einem frühen Break sein Service postwendend ebenfalls abgeben, konnte das Geschehen aber im weiteren Verlauf komplett offenhalten und das Momentum im Tiebreak zum Satzgleichstand auf seine Seite ziehen. Auch der dritte Durchgang startete ausgeglichen, ehe sich Hassan das Break zur 3:1-Führung holen und dies mit einem glatten Aufschlagspiel bestätigen konnte, woraufhin Marterer die Partie verletzungsbedingt aufgeben musste.
Nach der Partie resümierte Hassan: „Das ist natürlich ein Ende, das man sich für so eine spannende und hochklassige Partie nicht wünscht. Es tut mir auch sehr leid für Maxi und hoffe, dass es nichts Ernstes ist. Zumindest hat er mir noch mitgeteilt, dass es sich nicht wieder um die alte Verletzung handelt, die ihn so lange rausgenommen hat. Ich hatte schon im zweiten Satz gemerkt, dass er etwas angeschlagen ist, aber er hat es mir dennoch mit starken Aufschlägen und dem konsequent gespielten ersten Ball unheimlich schwer gemacht. Zudem hat er im Tiebreak noch einmal unheimlich gefightet.“ Im Qualifikationsfinale wartet auf Hassan der Tscheche Matthew William Donald.
Doppel-Champion Sanchez-Martinez überrollt Beckley
Mit besten Erinnerungen konnte Benito Sanchez-Martinez (ATP-Nr. 1002) seine Partie gegen den Südafrikaner Alec Beckley (ATP-Nr. 560) angehen, schließlich konnte sich der Berliner im vergangenen Jahr im Einzel aus der Qualifikation heraus ins Viertelfinale spielen und sich im Doppel an der Seite des TennisBase-Profis Daniel Masur mit dem Titel krönen. Nach verheißungsvollem Start mit dem Break im ersten Spiel musste der 24-Jährige sein Service zum 2:2-Ausgleich ebenfalls abgeben, übernahm dann aber komplett das Ruder und ließ seinen 25-jährigen Gegner durch seine druckvollen Schläge nicht mehr zur Entfaltung kommen. Mit dem Momentum im Rücken brachte sich der ehemalige College-Spieler im zweiten Satz mit einem frühen Break auf die Siegesstraße und besiegelte mit einem Schlussspurt in Form von drei hintereinander gewonnenen Spielen den souveränen 6:2, 6:2-Erfolg nach 70 Minuten. In der Finalrunde bekommt es der mehrfache Junioren-Grand-Slam-Starter mit dem Tschechen Dominik Recek (ATP-Nr. 822) zu tun.
Im Anschluss an die Partie gab der Linkshänder zu Protokoll: „Ich habe mich von Beginn an wieder sehr wohl auf dieser wunderschönen Anlage gefühlt. Zudem kommt die Höhenlage hier meinem Spiel sehr entgegen, was sich dann in dem deutlichen Resultat widergespiegelt hat. Für einen ersten Qualifikationstag waren super viele Zuschauer da und deren Unterstützung hat mir auch sehr geholfen.“
United-Cup-Sieger Wehnelt bei Zweisatz-Erfolg gegen Siniakov nervenstark
Im ersten Match auf Court 1 sah sich Kai Wehnelt (ATP-Nr. 625), der 2024 im siegreichen deutschen Team beim United Cup mit Alexander Zverev und Angelique Kerber stand, dem Tschechen Daniel Siniakov (ATP-Nr. 467) gegenüber, dessen ältere Schwester Katerina Siniakova aktuell die Doppel-Weltrangliste bei den Damen anführt. Nachdem beide Spieler ihr erstes Aufschlagspiel abgeben mussten, fanden beide ihren Rhythmus bei eigenem Service und schafften den Einzug in den Tiebreak, in dem der 30-jährige Wehnelt das Momentum knapp auf seiner Seite hatte. Mit dem Satzgewinn im Rücken erspielte sich der Berliner im zweiten Durchgang eine 4:2-Führung, musste aber seinen Gegner im weiterhin hochklassigen Match in den erneuten Tiebreak zurückkommen lassen. Und auch dort präsentierte sich die ehemalige 147 der Welt im Doppel erneut nervenstark und war nach einer schnellen 3:0-Führung auf dem Weg zum finalen 7:6 (5), 7:6 (3)-Erfolg nach 1:50 Stunden nicht mehr zu bremsen.
Nach der Begegnung kommentierte der zufriedene Sieger: „Zu Beginn hatte ich noch etwas mit den wechselnden Bedingungen bei Licht und Schatten zu kämpfen, zudem hat mich mein sehr stark spielender Gegner gerade bei meinen zweiten Aufschlägen richtig unter Druck gesetzt. In den Tiebreaks hatte ich dann das Glück etwas auf meiner Seite, gerade mit dem vorentscheidenden Netzroller zum 4:1 im zweiten Satz, und bin einfach mega happy über den hartumkämpften Sieg hier.“
Gavrielides spielt sich gegen Fuele frei
Zum zweiten Mal nach 2024 schickte sich Liam Gavrielides (ATP-Nr. 1143) an, seinen ersten Match-Erfolg in Augsburg einzufahren. Dabei erwischte der Ludwigsburger gegen den Ungarn Matyas Fuele (ATP-Nr. 559) einen kleinen Fehlstart und sah sich nach einem Aufschlagverlust mit 2:4 im Hintertreffen. Im weiteren Verlauf fand der 22-Jährige aber immer mehr Zutrauen in seine Schläge und konnte dem ersten Durchgang noch eine Wendung geben. Im zweiten Satz übernahm der zweifache Junioren-Grand-Slam-Starter das Ruder komplett und ließ seinen 27-jährigen Gegner bis zum Ende des 7:5, 6:0-Erfolgs nach 74 Minuten nicht mehr anschreiben.
Im Anschluss an die Partie äußerte sich der gebürtige Stuttgarter: „Zu Beginn hatte ich etwas Probleme bei meinem Aufschlag. Als ich die Quote deutlich steigern konnte, hatte ich auch bei den Grundschlägen wesentlich mehr Selbstvertrauen und konnte das Spiel dann komplett übernehmen.“ Zu seinem kommenden Gegner, Mika Brunold (ATP-Nr. 423) aus der Schweiz, ergänzte er: „Mika kenne ich natürlich gut. Wir haben bereits im Juniorenbereich und bei den Herren zusammen Doppel gespielt und sind auch im Einzel schon gegeneinander angetreten. Die letzte Partie habe ich gegen ihn verloren, deshalb hoffe ich natürlich auf eine erfolgreiche Revanche.“
BTV-Youngster Matic zeigt couragiertes Challenger-Debüt gegen Davis-Cup-Spieler Strombachs
Den Auftakt auf dem Centre Court beging Dominik Matic vom TC Großhesselohe, der sich die Wildcard durch die Spitzenposition in der Gesamtwertung der BTV NextGen-Series erspielt hatte, gegen den Berliner Robert Strombachs (ATP-Nr. 449), der das lettische Heimatland seines Vaters bereits mehrfach im Davis-Cup repräsentiert hat. Nach einem Weckruf mit zwei abgewehrten Breakbällen im ersten Spiel agierte der BTV-Youngster bei seinem Challenger-Debüt couragiert und konnte seinen Aufschlagverlust im fünften Spiel zum zwischenzeitlichen 4:4-Ausgleich ausbügeln. Anschließend musste er jedoch trotz einer 40:0-Führung erneut sein Service und anschließend auch den ersten Satz abgeben. Dennoch zeigte sich der 20-Jährige weiterhin auf Augenhöhe, konnte auch im zweiten Durchgang einen Break-Rückstand kompensieren und schaffte den Einzug in den Tiebreak. Dort aber spielte der 26-jährige Strombachs seine größere Erfahrung aus und besiegelte mit einem Vorhand-Gewinnschlag den 6:4, 7:6 (4)-Erfolg nach 88 Minuten. Somit kommt es in der Finalrunde zum Berliner Duell zwischen Strombachs und Wehnelt.
Ausblick
Fortgesetzt werden die Schwaben Open by Great2Stay am Montag auf der idyllischen Anlage des TC Augsburg ab 10:30 Uhr mit der Finalrunde der Qualifikation und den ersten Hauptfeldmatches, unter anderem mit dem „Match of the Day“ zwischen dem DTB-Youngster Max Schönhaus und dem ehemaligen Wimbledon-Juniorensieger Mili Poljicak aus Kroatien, das nicht vor 17 Uhr starten wird.
Informationen zum Erwerb der Einzel-Tickets ab 7,50 Euro und der Dauerkarte ab 60 Euro finden sich >>auf der offiziellen Turnier-Website schwabenopen.de. Für weitere Infos folgen sie auch den Social-Media-Kanälen auf Instagram und Facebook.
Ansprechpartner
Referent Leistungssport und Veranstaltungen (GB 4)
Yannick Paul
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