Flavio Cobolli
Quelle: HasenkopfFast ein bisschen sprachlos blieben die Zuschauer auf dem ausverkauften Center Court nach diesem Match zurück – nicht Alexander Zverev, sondern Flavio Cobolli steht im Finale der BMW Open by Bitpanda. Und wie er sich diesen Sieg verdient hat! Cobolli spielte fast fehlerfrei, der Deutsche fand überhaupt kein Rezept gegen den Italiener.
"Er ist ein wilder Spieler, das wird eine Herausforderung", hatte Zverev vor dem Match über Cobolli gesagt, und er konnte sie tatsächlich nicht lösen. Der 23-Jährige aus Florenz führte nach einem Break schnell mit 4:1 und holte sich den ersten Satz nach nur 34 Minuten. Dabei dominierte die Nummer 16 der Welt vor allem mit seiner krachenden Vorhand.
Im zweiten Satz nahm Cobolli dem ratlos wirkenden Alexander Zverev gleich dessen erstes Aufschlagspiel ab, schaffte dann noch ein Break und führte mit 5:2. Auch ein Rebreak, Freundin Sophia Thomalla und die Fans halfen dem Vorjahressieger nicht mehr: „Meine Beine waren irgendwie nicht da“, so Zverev nach dem Match, „das war einfach zu viel Tennis in letzter Zeit“. Gespielt hat er trotzdem gerne auf dem ausverkauften Center Court und sich über die Unterstützung der Zuschauer gefreut: „Ich hoffe, dass das im nächsten Jahr wieder genauso wird“. Alexander Zverev will also wiederkommen zu den BMW Open by Bitpanda und das Ziel „Rekordchampion“, also seinen vierten Sieg in München, nochmal angehen.
Sehr emotional wurde es dann nach dem Match, als der Sieger, Flavio Cobolli, weinend auf der Bank saß. Der Grund war nicht der grandiose Sieg (6:3; 6:3) gegen den Weltranglistendritten, sondern die Trauer über den Tod eines Freundes gestern. Für den hätte er gespielt und gewonnen, so Cobolli. Außerdem hätte er eines, wenn nicht das beste Match seines Lebens gespielt.
Im Finale am Sonntag nun trifft er auf Ben Shelton aus den USA. Der Vorjahresfinalist setzte sich glatt in zwei Sätzen gegen Alex Molcan aus der Slowakei durch. Jeweils ein Break pro Satz reichte zum 6:3 und 6:4. Ben Shelton kommt seinem großen Ziel, dem Turniersieg bei den BMW Open by Bitpanda, also wieder ganz nahe.
Schnaitter / Wallner wollen ersten ATP-Titel gewinnen
Mit dem Rekordsieg von Alexander Zverev wird es also nichts, deutsche Sieger kann es bei den BMW open by Bitpanda 2026 aber dennoch geben, und zwar im Doppel, denn Jakob Schnaitter und Mark Wallner haben sich aus der Qualifikation bis ins Finale gespielt. Vergangenes Jahr hatten es die beiden gebürtigen Bayern bis ins Halbfinale geschafft. Schnaitter und Wallner kommen vom US-College-Tennis, sind seit 2023 ein festes Duo, stehen unter den Top 50 der Welt. Nach einigen Titeln auf Challenger-Ebene, ist das Finale in München nun ihr größter Erfolg; als Kinder haben sie das Turnier besucht, heute könnten sie es gewinnen. Die Gegner sind Theo Arribage und Albano Olivetti aus Frankreich.
Das Doppelfinale beginnt um 11.00 Uhr.
Erinnerung an Niki Pilic
Im Rahmen des heutigen Turniertages wurde auf dem Center Court einer der ganz Großen des Tennissports gedacht: Niki Pilić (1939–2025). Fünf Davis-Cup-Siege mit drei Nationen – darunter drei Titel mit dem deutschen Team – holte er. Und allesamt waren sie gekommen, um ihren Coach zu ehren: Boris Becker, Michael Stich, Carl-Uwe Steeb, Eric Jelen, Marc-Kevin Goellner, Bernd Karbacher und Patrik Kühnen. Pilić prägte nicht nur das Welttennis wie kaum ein Zweiter, sondern auch die BMW Open und den MTTC Iphitos: 1970 stand er selbst im Finale, später gestaltete er das Turnier über ein Jahrzehnt als Turnierdirektor und blieb dem Club als Ehrenmitglied über viele Jahre sehr eng verbunden.
Fernandez gewinnt Para Trophy
Bei der Allianz Para Trophy wurden bereits heute die Finals gespielt. In der Open Division gewann der an eins gesetzte Gustavo Fernandez aus Argentinien souverän in zwei Sätzen (6:4, 6:3) und konnte somit seinen Turniersieg aus dem Premierenjahr (2022) erfolgreich wiederholen. In der erstmalig ausgetragenen Quad Division setzte sich die Nummer zwei der Welt, Sam Schroder aus den Niederlanden ebenfalls klar durch. Er gewann gegen die Nummer drei der Welt, Guy Sasson mit 6:4, 6:0. Tennisfans sahen in diesem Jahr zum ersten Mal beide Divisions bei der Allianz Para Trophy und konnten seit Donnerstag die absolute Weltklasse in beiden Klassen auf den Courts des MTTC Iphitos bestaunen.
Niklas Weinig
Quelle: HasenkopfRudi Berger Cup
Im Finale des Rudi Berger Cups stehen sich am Sonntag um 11.30 Uhr Niklas Weinig (TC Schießgraben Augsburg) und Yanis Regragui (TC Raschke Taufkirchen) gegenüber.
Weinig gelang im Halbfinale ein souveränes 6:0, 6:1 gegen seinen Augsburger Teamkollegen Leonard Evers. Anschließend bezwang Regragui auf Court 1 Elias El Bouhali (TC Eggenfelden) 6:2, 7:5. Weinig und Regragui kennen sich gut: Im vergangenen Jahr machten sie das Finale der Bayerischen U14-Meisterschaft unter sich aus – mit dem besseren Ende für Weinig, der 6:2, 6:2 gewann. Ob Regragui diesmal den Spieß umdrehen kann? Der Rudi Berger Cup ist im Rahmenprogramm der BWM Open als traditionelle Einladungsturnier des Bayerischen Tennis-Verbandes für die vier besten bayerischen U15-Jährigen seit Jahren fest verankert.
Weinig, Regragui und El Bohali werden den BTV am kommenden Wochenende auch bei den Deutschen U15-Meisterschaften der Landesverbände in Hamburg vertreten.