Vincent Reisach
Quelle: BTVGroße Spannung machte sich beim zahlreich erschienenen Publikum auf dem Show-Court Nr. 1 breit, wie sich der Plattlinger Vincent Reisach gegen Michael Agwi präsentieren würde, der 2024 in Oberhaching triumphieren konnte. Während der 16-jährige Reisach völlig furchtlos ins Match startete, unterliefen dem gewohnt offensiv agierenden Agwi zu Beginn zu viele einfache Fehler. Nach einem schnellen 0:5-Rückstand konnte der in Berlin aufgewachsene Ire erstmals in der Begegnung bei eigenem Aufschlag anschreiben, dennoch ließ der BTV-Teenager anschließend bei eigenem Service keinen Zweifel am deutlichen Satzgewinn aufkommen.
Auch im zweiten Durchgang startete Reisach mit einem frühen Break, dennoch konnte Agwi im Anschluss seine Fehlerquote deutlich reduzieren und den Spielverlauf dadurch etwas ausgeglichener gestalten. Beim Stand von 5:3 erspielte sich der bayerische Wildcard-Starter bei Aufschlag seines Gegners mit zwei spektakulären Return-Winnern zwei Matchbälle, konnte diese aber erst einmal nicht nutzen. Im anschließenden Aufschlagspiel, in dem er noch eine Break-Chance seines Gegners abwehren musste, meisterte er jedoch die Reifeprüfung und triumphierte nach 87 Minuten mit 6:1, 6:4. Im Achtelfinale sieht sich der BTV-Youngster dem an Nr. 6 gesetzten Franzosen Mae Malige gegenüber.
Nach dem Match kommentierte der überglückliche Sieger: „Ich wusste um die offensive Herangehensweise von Michael, weshalb ich mich darauf fokussiert hatte, ihn mit guten Returns nicht zu seinem aggressiven Spiel finden zu lassen. Nach so einem furiosen Start denkt man schon mal etwas nach, ob man das in dieser Weise auch so weiterspielen kann. Aber mit dem frühen Break im zweiten Satz war das Selbstvertrauen weiterhin da, weshalb ich mich dann zum Glück mit dem Sieg belohnen konnte. Während es für meinen Gegner das erste Match hier war, habe ich ja gestern schon ein Doppel gespielt und hatte in der letzten Woche mit dem Junioren-Turnier die perfekte Vorbereitung. Das war schon auch ein kleiner Vorteil für mich.“
Rehberg triumphiert im deutschen „Max“-Duell
Mit einer prächtig gefüllten Tribüne boten die Zuschauer in Oberhaching den perfekten Rahmen für das letzte Einzel des Tages, in dem sich die beiden deutschen Namenskollegen Max Rehberg aus Landsham und der Sauerländer Max Schönhaus gegenüberstanden. Und von Beginn an demonstrierten beide Protagonisten, dass sie auf dem Terrain in der TennisBase bestens zurechtkommen, schließlich hat der 22-jährige Rehberg dort seit Jahren seinen Trainingsmittelpunkt, während der 18-jährige Schönhaus im vergangenen Jahr bei den Dunlop Bavarian Junior Winter Championships triumphieren konnte.
So entwickelte sich ein hochklassiger Schlagabtausch, in dem sich beide Spieler im ersten Durchgang bei eigenem Service keine Blöße gaben. Auch im entscheidenden Tiebreak konnten beide Spieler ihre Aufschläge halten, ehe Rehberg beim Stand von 6:5 mit dem einzigen Mini-Break den Sack zumachen konnte.
Mit dem Momentum im Rücken blieb Rehberg gleich zu Beginn des zweiten Satzes am Drücker und bestätigte das frühe Break mit einer schnellen 3:0-Führung. Zwar warf Schönhaus mit seinem variablen Spiel noch einmal alles in die Waagschale, dennoch blieb Rehberg mit seinen starken Aufschlägen und seiner druckvollen Vorhand weiter am Ruder und besiegelte mit einem Ass den finalen 7:6 (5), 6:3-Erfolg nach 1:44 Stunden. In der Runde der letzten 16 trifft der an Nr. 8 gesetzte Rehberg auf den Qualifikanten Yaroslav Demin.
Masur bleibt geduldig
Mit einem soliden Zweisatz-Erfolg gegen den Briten Millen Hurrion ist TennisBase-Profi Daniel Masur beim Heimspiel in Oberhaching gestartet. Trotz Blitzstart mit einem Break im ersten Spiel musste der Bückeburger gleich im Anschluss ebenfalls das Service abgeben und sah seinen 26-jährigen Gegner anschließend lange auf Augenhöhe. In der Endphase des ersten Durchgangs packte der 31-jährige Masur beim Stand von 5:5 konsequent zu und konnte seinem Gegenüber den Aufschlag vorentscheidend abnehmen. In einem souveränen Aufschlagspiel besiegelte der Spieler des TC SCC Berlin mit einem Vorhand-Winner die Linie entlang den Gewinn des ersten Durchgangs.
Auch zu Beginn des zweiten Satzes ließ Hurrion nicht abreißen, ehe sich Masur bei 3:3 das erneute Break sichern konnte. Zwar musste der Deutsche Davis-Cup-Spieler beim nächsten Aufschlagspiel seines Gegners insgesamt drei Matchbälle verstreichen lassen, servierte aber das Match anschließend sicher nach Hause und fixierte mit einem Ass den 7:5, 6:4-Erfolg nach 1:40 Stunden.
Majdandzic konsequent
Einen starken Auftritt lieferte Marc Majdandzic aus Bad Oyenhausen gegen den Slowenen Filip Jeff Planinsek ab. Nach einem frühen Break zeigte der 21-Jährige auch in der Folge kompromisslose Aufschlagspiele und ließ sich den Vorsprung bis zum Ende des ersten Durchgangs nicht mehr nehmen. Auch im zweiten Satz packte der Spieler vom Rochusclub Düsseldorf mit seiner druckvollen Herangehensweise in der Satzmitte konsequent zu und sicherte sich erneut das Aufschlagspiel seines 24-jährigen Gegners. Zwar musste der ehemalige French-Open-Juniorenteilnehmer in seinem letzten Aufschlagspiel noch eine Break-Chance abwehren, besiegelte aber mit einem Aufschlag-Winner den hochverdienten 6:4, 6:4-Sieg nach 85 Minuten. Damit kommt es im Achtelfinale zum rein deutschen Duell zwischen Majdandzic und dem an Position 7 geführten Masur.
Zick liefert Top-Favorit Jubb großen Kampf
Der nominell schwersten Aufgabe sah sich der Dachauer Sydney Zick, der sich mit starken Auftritten souverän durch die Qualifikation gespielt hatte, mit dem topgesetzten Paul Jubb gegenüber. Zu Beginn demonstrierte der Brite mit seinem soliden Spiel, warum er in der Weltrangliste bereits auf Position 180 geführt war und sicherte sich so den ersten Durchgang deutlich. Im zweiten Satz konnte der 19-jährige Zick, der kürzlich bei den Cadolzburg Open aus der Qualifikation heraus sein erstes Finale auf der ITF Men‘s World Tennis Tour erreichen konnte, seine Fehlerquote deutlich verringern und das Geschehen mit spektakulären Ballwechseln fortan offenhalten. Auch beim Return steigerte sich der Spieler des Oberhausener THC merklich. Nachdem der Teenager erst noch fünf Break-Chancen auslassen musste, packte er beim Stand von 3:3 diesmal zu. Im anschließenden Aufschlagspiel musste der DTB-Youngster jedoch ebenfalls sein Service abgeben, weshalb die Entscheidung in den Tiebreak vertagt wurde. Dort hatte der 26-jährige Jubb das Momentum auf seiner Seite und triumphierte nach 89 Minuten mit 6:2, 7:6 (5).
Ausblick
Fortgesetzt werden die TennisBase Open 2026 am Donnerstag mit den Achtelfinal-Partien im Einzel und den Viertelfinals im Doppel. Den Auftakt auf dem Show-Court 1 macht dabei TennisBase-Profi Daniel Masur im rein deutschen Duell gegen Marc Majdandzic, gefolgt von den Auftritten der DTB-Teenager Vincent Reisach, der den an Nr. 6 gesetzten Franzosen Mae Malige fordert, und Niels McDonald, der es nicht vor 14 Uhr mit dem Polen Karol Filar zu tun bekommt. Im letzten Einzel des Tages sieht sich Lokalmatador Max Rehberg dem Qualifikanten Yaroslav Denim gegenüber. Spielbeginn im Bundesstützpunkt und Landesleistungszentrum des BTV in Oberhaching ist um 11 Uhr.
Ergebnisse 1. Runde Einzel:
- Vincent Reisach (TC Hengersberg) – Michael Agwi (IRL) 6:1, 6:4
- Max Rehberg (BAD) – Max Schönhaus (HTV) 7:6 (5), 6:3
- Marc Majdandzic (TVN) – Filip Jeff Planinsek (SLO) 6:4, 6:4
- Daniel Masur (TVBB) – Millen Hurrion (GBR) 7:5, 6:4
- Sydney Zick (TVN) – Paul Jubb (GBR) 2:6, 6:7 (5)
- Hazem Naw (SYR) – Jakub Filip (CZE) 6:4, 6:3
- Mika Brunold (SUI) – Gregor Hausberger (AUT) 6:2, 6:4
- Giovanni Oradini (ITA) – Matthew William Donald (CZE) 6:3, 6:7 (5), 6:3
- Karol Filar (POL) - Oleksii Krutykh (UKR) 6:3, 5:7, 6:4
Aktuelle Informationen mit Livescores von allen Plätzen und Livestream von den Courts 1-3 finden sich auf der Turnierwebsite www.tennisbase-open.de.
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