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Bayerischer Tennis-Verband

Heute Halbfinaltag - Sonntag Endspiele - Coburger Krawietz im Doppelfinale

ATP Challenger Eckental: Internationale Deutsche Hallentennismeisterschaften

Gleb Sakharov - Sechs Siege in Folge - Halbfinale (Bild: Betram Wagner)

(03.11.2018) Eckental – In der unteren Tableau-Hälfte qualifizierten sich zwei Franzosen für die Top Four am Samstag. Dies konnte auch Matthias Bachinger nicht verhindern: Seine Drei-Satz-Niederlage gegen Gleb Sakharov reiht sich in Serie von sportlichen Überraschungen ein.

Freitagmittag, High Noon und ein bisschen „Wild West“ im House of Sports: Lukas Rosol muss im ersten Satz das vorentscheidende Break zum 3:5 hinnehmen, dabei quittiert er eine Nicht-Ausball-Entscheidung des Schiedsrichters heftigst mit Worten und fetzt seinen Schläger an den Netzpfosten. Mit Wut im Bauch schafft er aber den Satzausgleich und im Finalsatz kracht es wieder: 4:3 Antoine Hoang, 0:40, dreimal donnert er das Racket auf den Boden – und es hält! Mit diesem zieht er sich emotional nochmals hoch: 4:4! Es brodelt beim Tschechen, der zwei Spiele später im zehnten Spiel mit dem ersten erfolgreichen Hoang-Matchball ein bitteres Aus hinnehmen muss. Emotionen pur!

Nun lag es auf dem Schläger von Matthias Bachinger, ein französisches Halbfinale zu verhindern. Denn der 31-jährige Münchner hatte es mit dem „Überflieger der Woche“ aus Frankreich zu tun. Der Qualifikationssieger Gleb Sakharov stand am siebten Eckentaler Tag bereits zum sechsten Mal auf dem Platz, andererseits musste Bachinger zweimal über drei Sätze mit drei Tiebreaks gehen. Der Deutsche hatte einen Start wie aus dem Bilderbuch (3:0), doch das Energiebündel aus Nantes, geboren in Usbekistan, ließ sich vom 3:6 nicht beirren und bot dem deutschen Hoffnungsträger im zweiten Satz kräftig Paroli, ja er schaffte im zwölften Spiel sogar das Break zum Satzgewinn (7:5). Bachinger zum dritten Mal über drei Sätze, für Sakharov war es bereits der 14. (!) Satz im House of Sports! Der Marathon-Mann lief und lief und lief und brachte sich mit seinem engen Service-Gewinn zum 4:1 auf die Zielgerade Richtung Halbfinale. Kurze Zeit später war die Sensation mit einer Aufführungsdauer von exakt zwei Stunden perfekt!

1:6 nach 20 Minuten! Quo vadis, Ruben Bemelmans! Doch der Belgier bekam gegen Daniel Masur gerade noch die Kurve Richtung Halbfinale. Der 23-Jährige aus München, über 150 ATP Ränge hinter Bemelmans, wurde nun voll gefordert und erlebte die Klasse des Favoriten: Schneller Satzausgleich (6:2). Fünf Breaks sorgten für Hochspannung und einem Wechselbad der Gefühle, das sich erst löste als der Routinier sich knapp durchsetzen konnte.

Große Freude kam bei den Tennisfans auf, als das deutsche Doppel Krawietz/Mies (Nr. 4) – ohne ein einziges Ass in 90 Minuten -  in einem „Champions-Tiebreak“ mit dem knappsten aller möglichen Ergebnisse das „Einser“-Doppel aus Neuseeland (Daniell) und Brasilien (Demoliner) aus dem Rennen warf. Die Coburger-Kölner Kombination hatte heuer auch in Wimbledon für Furore gesorgt.

Heute stehen ab 12.00 Uhr dreimal Halbfinale auf dem Programm: Es beginnt mit dem Doppel, dann eine Demonstration im Rollstuhl-Tennis, ehe für 14.00 Uhr das erste Halbfinale Hoang gegen Sakharov terminiert ist. Anschließend Donskoy gegen Bemelmans im Duell zweier „Gesetzter“. Die Finals starten am Sonntag mit dem Doppel (12.00 Uhr), anschließend um 14.00 Uhr das Einzel-Endspiel.

Bericht: Bertram Wagner
                                                           
Ergebnisse
Einzel:
Achtelfinale: L. Rosol (CZE) - H. Hurkacz (POL) 5:2 Aufgabe; E. Donskoy (RUS) - B. Bonzi (FRA) 5:7, 7:5, 6:4; R. Bemelmans (BEL)  - Otte 6:4, 6:1; D. Masur - S. Bolelli (ITA) 6:4, 5:7, 6:3; A. Olivetti (FRA) - A. Bublik (KAZ) 6:2, 7:6(3); A. Hoang (FRA) - S. Stakhovsky (UKR) 6:2, 6:2.
Viertelfinale:
A. Hoang - L. Rosol 6:3, 1:6, 6:4; G. Sakharov (FRA) – M. Bachinger 4:6, 7:5, 6:1; E. Donskoy – A. Olivetti 6:4, 7:6/2); R. Bemelmans – D. Masur 1:6, 6:2, 6:3.
Doppel:
Viertelfinale: M. Daniell (NZL) / M. Demoliner (BRA) - D. Masur  / C. Seraphim 7:6(4) 6:7(4) 10:7; S. Arends (NED) / R. Arneodo (MON) - A. Begemann  / F. Polasek (SVK) 4:6 6:3 10:5; K. Krawietz  / A. Mies - J. Haerteis / K. Lemstra 7:5 6:4; H. Nys (FRA) /J. O’Mara (GBR) – P. Raja (IND) /A. Sancic (CRO) 6:7(4), 7:5, 10:7.
Halbfinale: K. Krawietz  / A. Mies - M. Daniell  / M. Demoliner 7:6(5), 3:6, 10:8