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Bayerischer Tennis-Verband

Umfrage Wettspielbetrieb

Mannschaftswettspielbetrieb bis in den September hinein?

Die Online-Umfrage zur Zukunft des BTV-Mannschaftswettspielbetriebs war ein voller Erfolg. Im Erhebungszeitraum zwischen 19. Juni und 23. Juli haben 6.918 Personen den umfangreichen Fragebogen ausgefüllt. „Verglichen mit vielen anderen Mitgliederbefragungen ist die Ausschöpfung bei der für den Bayerischen Tennis-Verband durchgeführten Studie deutlich höher“, sagt Jens Falkenau, Vice President Market Research der Kölner Agentur Nielsen Sports, die die Umfrage im Auftrag des BTV durchgeführt hat. Nun gilt es, die Ergebnisse zu interpretieren und entsprechende Änderungsprozesse anzugehen. Eines ist schon jetzt sicher: Bezüglich der Saisondauer und dem Spielen in mehreren Altersklassen und Vereinen sind die größten Reformen zu erwarten!

Die Ergebnisse der Umfrage sollen helfen, den Mannschaftswettspielbetrieb im Sinne der aktiven Tennisspieler den Wünschen der Basis anzupassen“, so BTV Vizepräsident Thomas Heil, verantwortlich für das Ressort Sport. „In einem zweitägigen Experten-Workshop werden im Januar die notwendigen Handlungsfelder spezifiziert und Vorschläge für die Umsetzung erarbeitet. Das ist ein schwieriges Unterfangen, denn die Aufgabestellung ist mehr als komplex.“

Dauer der Wettspielsaison

Die Komplexität kann man gut an dem Themenbereich verdeutlichen, in dem der bisherige Zustand die größte Unzufriedenheit hervorruft: die Dauer der Wettspielsaison. Nur 45 Prozent sind „sehr zufrieden“ oder „eher zufrieden“ damit, dass die Saison zumeist Mitte Juli endet. Die restlichen 55 Prozent plädieren für eine deutliche Ausweitung der Saisondauer, zum Teil sogar bis in den Oktober hinein. Betrachtet man in Grafik 1 konkret die Altersklasse Damen und Herren (D00/H00), wünschen sich 18 Prozent das Saisonende im August, 26 Prozent im September und 6 Prozent im Oktober.

1107_Umfrage_Statistik_Ende der Saision

Dass so viele Spieler eine jahrzehntelange Praxis bemängeln war überraschend. Eine Ausweitung der Saison hätte in der Tat viele Vorteile, von denen im Folgenden nur einige genannt sind:

  • der Saisonbeginn könnte auf Mitte/Ende Mai verlegt werden, wodurch die Spieler mehr Zeit bekämen, sich auf die Freiluftsaison vorzubereiten. Zudem hätten Vereine gerade der Gebirgsregionen nicht mehr mit Schnee und Frost zu kämpfen, was teilweise bis in den Mai hin der Fall ist.
  • Es wäre nicht jedes Wochenende ein Spieltag, auch eine Abfolge etwa von drei Einsätzen in sieben Tagen (Sonntag – Donnerstag – Sonntag) wäre passé.
  • In den Monaten Mai bis Juli wäre somit das Familienleben nicht alleine durch Tennis dominiert
  • Die Clubgastronomie würde von einem durchgehenden Spielbetrieb von Mai bis September profitieren, ebenso die Vereinstrainer und das Clubleben insgesamt

Eine Ausdehnung der Wettspielsaison bedeutet aber auch, dass viele andere Parameter angepasst und abgestimmt werden müssten – etwa die Planung von Spieltagen in den Ferien oder die Frage, welche Termine überhaupt noch für LK- und DTB-Turniere zur Verfügung stünden.

Gruppenstärke und Spieltage

Eine Gruppengröße von acht Mannschaften erreicht über alle Altersbereiche hinweg die höchsten Zustimmungswerte (siehe Grafik 2). Zudem wünscht sich die Mehrzahl der Mannschaftsspieler (61%) sechs bis acht Spieltage.

1107_Umfrage_Statistik_Gruppenstärke und Spieltage

Würde man nun die Saisondauer auf insgesamt rund viereinhalb Monate ausdehnen, gäbe es bei durchschnittlich sieben Spieltagen etwa zwei bis drei Wochen Pause.

1107_Umfrage_Statistik_Interesse an Hin und Rückrunde

Das Interesse an der Austragung von Hin- und Rückspielen ist eher gering. Über alle Altersklassen hinweg sind 65 Prozent der Befragten gegen diese Spielform (Grafik 3). Neu auch die Bereitschaft vor allem der Damen und Herren, Spieltage in den Pfingstferien auszutragen. Auch Jugendliche und Senioren haben in der überwiegenden Mehrheit kein Problem damit, zumindest am letzten Wochendende der Pfingstferien für Ihre Mannschaft anzutreten. Für fast die Hälfte der Befragten (48%) sind sogar zwei bis drei Spieltage in den Sommerferien denkbar (Grafik 4). „Diese Bereitschaft muss auch vorhanden sein, wenn man die Saisondauer ausdehnen möchte“, so BTV Vize Heil.

1107_Umfrage_Statistik_Spieltage Ferien

Spielen in mehreren Altersklassen

Das ist neben der Saisondauer der wichtigste Punkt. Auf die Frage: „Wie beurteilen Sie das uneingeschränkte Spielen in mehreren Altersklassen und Vereinen?“ sprechen sich über alle Altersbereiche hinweg sage und schreibe 82 Prozent für eine nahezu totale Öffnung aus (siehe Grafik 5). Das heißt: Alle Spieler sollen in beliebig vielen Vereinen in verschiedenen Altersklassen beliebig oft spielen können. „Dieses Votum ist so eindeutig, dass wir nicht umhin kommen, beim nächsten Verbandstag im November 2018 einen entsprechenden Antrag zur Abstimmung einzureichen“, sagt Heil. Der BTV-Sportwart schickt aber gleich einen wichtigen Hinweis vorweg: „Kleinere und mittlere Vereine können bei einer solchen Liberalisierung gegenüber den Großclubs ins Hintertreffen geraten. Das muss uns allen bewusst sein.“

1107_Umfrage_Statistik_Spielen in mehreren AKs

Abschließend noch ein Wort zum Match-Tiebreak (MTB) – auch dieses Thema durfte in der Umfrage nicht fehlen. Die Antworten belegen, dass in den Leistungsklassenbereichen von 1 bis 10 der MTB im Einzel von weniger als der Hälfte der Befragten mit „sehr gut“ oder „gut“ beurteilt wird. Je schlechter die LK, desto größer ist die Akzeptanz des MTB. Im Doppel dagegen ist der MTB über alle Altersbereiche und Spielstärken mit mindestens 75 Prozent Zustimmung fest etabliert.

 

Umfrage wird allen Gütekriterien gerecht

„Berücksichtigt man die Tatsache, dass für repräsentative Erhebungen, welche die Gesamtbevölkerung widerspiegeln, eine Fallzahl von 1.000 Befragten branchenüblich ist, wird deutlich, dass die Befragung von knapp 7.000 der insgesamt ca. 70.000 am Mannschaftswettspiel beteiligten Akteure mehr als komfortabel ist. Viel wichtiger als die Stichprobengröße ist zudem die notwendige Normalverteilung, die voraussetzt, dass alle Mitglieder der Grundgesamtheit die gleiche Chance hatten in die Stichprobe zu gelangen. Die vorliegende Erhebung liefert keinerlei Anhaltspunkte für eine systematische Abweichung gegenüber der Grundgesamtheit und damit für einen eventuellen Stichprobenfehler. Die Studie wird den wichtigen Gütekriterien Validität und Reliabilität gerecht. Verglichen mit vielen anderen Mitgliederbefragungen von Nielsen Sports in den vergangenen Jahren ist die Ausschöpfung bei der für den Bayerischen Tennis-Verband durchgeführten Studie deutlich höher.“ (Jens Falkenau, Vice President Market Research bei Nielsen Sports)

Hinweis zur Karte am Beispiel Mittelfranken: 18 Prozent der Umfrageteilnehmer sind aus Mittelfranken. Innerhalb des BTV stammen 14 Prozent der Mitglieder aus Mittelfranken.

1107_Umfrage_Statistik_Kartenübersicht